​Es fiel mir ja nie so leicht, jemanden einen “Freund” zu nennen. Weil ich ja so oft enttäuscht wurde. Sei es weil ich verraten wurde, oder einfach, weil es nicht auf Gegenseitigkeit beruhte. Inzwischen wähle ich Menschen, mit denen ich zu tuen habe, vorsichtiger, und achte darauf, als ein Freund mein Bestes zu geben. 

So kommt es, dass mein Freundeskreis relativ klein ist, dafür aber nur mit Leuten voll, die es auch wert sind. Dachte ich. 
Dann kam gestern  (letzten Freitag) der Hammer. Eine Freundin, oder jemand, bei der ich es annahm; in letzter Zeit wenig Kontakt gehabt, weil sie ja jetzt in einer Beziehung ist, und man will sich da nicht so aufdrängen. Also den Kontakt bisschen eingeschränkt, soweit, so gut. Zumal es noch an Silvester hieß, dass wir Freunde bleiben, auch wenn ihr Freund mich nicht leiden kann. 
Warte… Du schreibst schon wieder total zusammenhangslos…
Also noch mal. Sie und ich kennen uns seit grob einen Jahr. Über Facebook irgendwie kennengelernt, sich gemocht. Man konnte zumindest ab und an der Treppe was trinken, und auch lauter anderen Scheiß unternehmen. Als Freunde, mehr nicht. Dann Ende des Jahres traf sie einen Kerl, hat sich verliebt. Ich habe mich riesig für sie gefreut. Nur konnte er mich absolut nicht leiden. Eifersüchtig hoch 10 (aber dazu im nächsten Beitrag was.) An Silvesterabend gab es Ärger, weil ich mal kurz alleine mit ihr geredet habe. Hat mir sogar gedroht, sollte ich sie anfassen, würde er mir die Knochen brechen. 
Da hat sie mir aber noch versichert, dass wir auch weiterhin Freunde sind, und sie ihr Bestes geben wird, damit es auch so bleibt. Oh, wie süß klang noch der Satz an Silvester, “Das Jahr wäre nicht so schön ohne Dich gewesen”. Bullshit. 

Freitag dann saß ich zu Hause, habe mich gelangweilt. Ich dachte, ich kann mich mal wieder bei einigen Leuten melden, mal den Buschfunk abhören. Im Grunde ja auch nur nach dem Neusten fragen. Auf mein “Hey, Na, wie geht’s?” kam erst mal nichts, was bei ihr nicht so überraschend ist. Antwortet gerne mal bisschen später, kein Problem.
Tag daran kam ihre Antwort. Ihr Freund hat die Nachricht zuerst gesehen, und es ist dadurch ein Streit ausgebrochen. Sie halte es für besser, den Kontakt dann erst mal sein zu lassen. Zuerst fühlte ich mich ja sogar schlecht, weil sie ja meinetwegen Stress hatten. Aber dann, paar Stunden später; bei WhatsApp blockiert. Oder irgendwie entfernt. Sehe weder Profilbild, noch Status. Facebook ähnlich. Da zwar nicht blockiert, aber als Freund entfernt. 

Mir liegt ja auch gar nicht so viel daran, irgendwas von ihr lesen zu können. Es ist die Tat an sich, die mich so verletzt hat. Ich nahm an, dass mit “Kontakt sein lassen” auch wirklich nur Kontakt sein lassen heißt, und nicht, dass man gleich alle Brücken verbrennt. 
Nun ist es so. Das ist der Stand. Ich weiß nicht, ob ich mich gerade richtig verhalte, aber ich will mit ihr nichts mehr zu tuen haben. Der anfängliche Ärger machte nun der völligen Gleichgültigkeit Platz. Ich brauche solche Leute nicht in meinem Leben. 
Aber ich will ja gar nicht so viel über diese eine Person schreiben. Eigentlich wollte ich viel mehr darüber schreiben, wie sich Freunde verändern, sobald sie in einer Beziehung sind. 
Für mich ist es absolut verständlich, dass ein frisches Paar gerne viel Zeit miteinander verbringt. Das sehe ich auch nicht kritisch. Dass die Leute weniger Zeit für Freunde haben, ist nachvollziehbar. Ich werde irgendwann, wenn ich in eine Beziehung stolpere, vermutlich genauso sein. Aber dass man sich gänzlich abschotten? Ne, das geht nicht. Nicht meinetwegen, Scheiß drauf, Ich habe schon schlimmere Verluste erlebt. Die Leute in Beziehung, sie sollten den Draht zu ihren Freunden nicht trennen. Denn wenn die Beziehung zerbricht, werden Freunde wichtig sein. Ich schreibe “wenn“, nicht “falls” da man bei manchen Paaren nur noch die Wochen zählen kann, bis sie wieder auseinander sind. Und wenn der Tag gekommen ist, braucht sie, also die Möchtegernfreundin, sich bei mir nicht mehr zu melden. 
Dass es anders geht, mit der Freundschaft, zeigen, und haben andere Leute gezeigt. Eine andere Freundin zum Beispiel. Frisch in Beziehung, nimmt sich aber trotzdem Zeit für mich, wenn es mir mal nicht gut geht. Dann gehen wir eben was trinken. Männliche Freunde sind zwar kaum vorhanden, aber es gab auch diese mal. Obwohl in Beziehung, hat sich immer irgendwas ergeben, um mal gemeinsam ein Bier zu trinken, sich bisschen austauschen, whatever. 
Aber da spielt ja wie so oft die Eifersucht eine sehr große Rolle. Dazu werde ich aber einen eigenen Beitrag verfassen die Tage. 
Aber weiter zum Thema Freundschaft. Es ist ja erstaunlich, dass ich einige Leute gefunden habe, bei denen ich hoffen kann, dass sie bleiben. Wie Jules zum Beispiel. Kennen uns jetzt seit 7 oder 8 Jahren? Haben uns in meiner Zeit beim Bund im Saarland kennengelernt. Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten inzwischen einer meiner Lieblingsmenschen geworden. Oder Ines, mein Goldstück. Erst durch einen gemeinsamen “Feind” kennengelernt und seit dem sich gegenseitig alles anvertrauen können. Es gab Höhen und Tiefen, aber man hält zusammen. Auch wenn sie in einer Beziehung war. Und es gibt noch mehr Leute, welche Erwähnung verdient hätten, aber das würde hier den Rahmen sprengen, zu jedem was zu schreiben. 
Jedenfalls, was ich eigentlich sagen wollte; es ist schön, Freunde zu haben. Ich hätte das früher wohl nie zugegeben, da mir die Rolle des einsamen Wolfes so gut gefiel, aber ich bin verdammt froh, die Leute zu haben. 

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